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Lerneinheit 3 - Marktforschung und Entwurf der Geschäftsidee

3. MARKTFORSCHUNG

3.1. Klassische Methoden

3.1.1 Umfragen

Umfragen basierend auf Fragebögen sind wohl das klassische Marktfoschungsinstrument schlechthin. Je größer das Sample, also je mehr Leute befragt werden, desto genauer sind die Ergebnisse. Oft sind große – und vor allem repräsentative – Samples schwer zu realisieren. Gerade, um einen repräsentativen Ausschnitt aus der Bevölkerung zu bekommen, ist zeit- und meist auch kostenaufwendig.

Grundsätzlich bieten sich verschiedene Formen der Umfrage an:

  • Die persönliche Umfrage, meist im öffentlichen Raum ist eine der bekanntesten Optionen. Hier ist die Antwortquote recht hoch und es gibt die Möglichkeit, Menschen beispielsweise Produktbeispiele, Werbung, kleine Videos o.ä. zu zeigen.
  • Telefoninterviews sind leichter zu organisieren und darum günstiger als persönliche Befragungen. Allerdings ist der Widerstand seitens der angerufenen Personen oft recht hoch; zudem sind solche Formen der Befragung rechtlich problematisch.
  • Umfragen per Brief sind ebenfalls eine Option, sie generieren eine extrem niedrige Antwortquote und sind daher nur bedingt geeignet, zumal sie recht aufwendig und kostenintensiv sein können.
  • Schließlich sind auch Onlinebefragungen möglich. In der Regel sind diese sehr kostengünstig durchführbar. Empfehlenswert sind zum Beispiel Umfragen mit Surveymonkey. Einfache Umfragen können sogar kostenfrei eingerichtet werden. Wenn Du eine gut optimierte Website online hast, bei der auch jede Menge Traffic zu verzeichnen ist, kannst Du auch dort Deine Umfrage verankern und beispielsweise Deine potentiellen Kunden bitten, als Gegenleistung für ein Whitepaper o.ä. Deine Umfrage auszufüllen. (Aber Obacht: Seit den Grundsätzen der DSGVO darf der Download nicht mehr an eine Bedingung wie Newsletter-Abo oder Umfrage gekoppelt sein!).
    Auch bei Facebook und Instagram können Umfragen erstellt werden, die zwar nicht repräsentativ sind, aber ggf. dennoch hilfreich. Insbesondere gilt das, wenn Du sie in einer Gruppe stellst, in der Deine Zielgruppe eh zu finden ist. Dann sind diese kostenfreien Umfragen ein prima Hack, um ohne große Kosten Informationen über die Wünsche Deiner Zielgruppe zu bekommen. Etwas anstrengender ist es, wenn Du erst selbst eine solche Community aufbaust, bevor Du Dein Produkt launchst. Da Du sie hinterher aber immer wieder zur Verfügung hast und direkt auch über Dein Produkt informieren kannst, ist es die Mühe aber oft wert.

3.1.2 Interviews

Generell ziemlich aufwendig und teuer, wenn Du es professionell machen lässt, sind Interviews. Doch auch dort kannst Du Dir günstig helfen. Befrage einfach Personen aus Deinem weiteren Umfeld. Sie sollten Dir natürlich nicht zu nahestehen, aber wenn Du im Bekanntenkreis potentielle Kunden hast, frag sie einfach, ob sie für ein Interview zur Verfügung stehen. Wenn Du auf diese Weise 5 bis 10 Personen befragst, bekommst Du bereits einen guten Eindruck von Deiner Zielgruppe und ihren Bedarfen.

3.1.3 Fokusgruppen

In der Regel kommt diese Option für Dich nicht in Frage, es sei denn Du hast wirklich viel Kapital. Fokusgruppen sind Gruppen aus oftmals sechs Probanden und einem Interviewer zusammengesetzt. Zusätzlich kann ein Protokollant hinzukommen. Das Setting sollte angenehm sein, Störungen von außen sollten so gut wie möglich ausgeschlossen werden.

3.1.4 Neurolabs

Die mit Abstand teuerste Variante ist sicher die Arbeit mit einem Neurolab. Zugegebenermaßen sind Eyetracking, EEG und Hautleitfähigkeit – in Kombination angewendet – aber wirklich hilfreiche Tools, wenn es zum Beispiel um UX-Testing (Usability Testing, Nutzbarkeitstests) geht. Über verschiedene physiologische Reize kann analysiert werden, wie der Proband auf ein Produkt, eine Website, einen Prototypen reagiert. Diese physiologischen Daten machen einen Einblick in das möglich, was Probanden oft explizit nicht ausdrücken können. Darum sind diese Methoden eine gute Ergänzung zu Interviews, wenn es darum geht, ein vorentworfenes Produkt daraufhin zu testen, ob es von den Nutzern verstanden wird, und Punkte zu identifizieren, an denen Verbesserungsbedarf besteht. Auch in Museen und anderen „großen“ Settings kann man solche Tests durchführen, indem beispielsweise mobile Eyetracking-Brillen verwendet werden. Leider sind die Kosten für diese Testverfahren sehr hoch.