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Lokale Netzwerke und Partnerschaften

2. Planung und strategische Aspekte

2.3. Tauschwirtschaft (Sharing Economy) – eine Definition

1. Der Begriff „Tauschwirtschaft“ (auch "Gemeinschaftswirtschaft") bezeichnet die systematische Vermietung/das Verleihen von Gegenständen (z. B. Werkzeugen) und die gegenseitige Bereitstellung von Objekten, Räumen und Flächen, insbesondere durch Privatpersonen und Interessengruppen. Der Begriff "Share Economy" wird synonym oder - zusätzlich zur ursprünglichen Definition - in Bezug auf den Austausch von Informationen und Wissen verwendet.

2. Ziele und Eigenschaften: Nach der Idee der Ökonomie des Teilens sollte der Käufer etwas nicht in Eigentum verwandeln, sondern es vorübergehend nutzen, bewohnen und verwalten. Voraussetzung dafür ist natürlich in der Regel das Eigentum eines Lieferanten. Der Fokus liegt auf dem gemeinschaftlichen Konsum bzw. Nutzung. Die Ware wechselt den Besitzer, solange sie gebraucht oder verfügbar ist. Die Wartung liegt in der Regel in der Verantwortung des Eigentümers.

3. Internet-Plattformen: Mit elektronischen Plattformen und sozialen Netzwerken erreicht man einen großen Kreis von Interessenten, kann kurzfristig handeln und reagieren und eine optimale Nutzung erreichen. Einige Plattformen sind auf Wohngemeinschaften und Landgemeinschaften spezialisiert, andere ermöglichen Varianten wie Buch- und Schmuckgemeinschaften. Auch Tausch- und Geschenkbörsen gehören zu der kaum zu erhebenden Landschaft. Mit Hilfe von Social Media Funktionen werden Nachfrager und Anbieter bewertet und Vandalismus und Missbrauch sanktioniert.

4. Kritik und Ausblick: Die Ökonomie des Teilens wird von der Wirtschaft einerseits kritisch betrachtet  (Neue Konkurrenz) und andererseits produktiv genutzt. Carsharing zum Beispiel ist in einigen Ländern sehr beliebt und wird von Genossenschaften und Unternehmen betrieben. Darüber hinaus werden Privatfahrzeuge in öffentliche Taxis umgewandelt und Apps bringen Fahrer und Gäste zusammen (z. B. Uber). Was die Nutzer betrifft, so wird kritisiert, dass vor allem diejenigen, die Zugang zur virtuellen Welt haben, auch Zugang zur Sharing Economy erhalten, die mit den Begriffen der Informationsethik eine digitale Kluft oder digitale oder informationelle Ungerechtigkeit bedeutet – Junge haben Kenntnisse und Zugang, Alte nicht. Was die Vermittler betrifft, so fällt auf, dass sie ganze Branchen allein über ihre Plattformen erschüttern können, ohne ihre eigenen Häuser, Fahrzeuge, Inhalte usw. zu besitzen. Dieser "Plattformkapitalismus" (Sascha Lobo) kann durch Information und Geschäftsethik angesprochen werden. Auf der positiven Seite wird die Umwelt geschützt und der Konsum wird bewusster und sozialer. Die Sharing Economy erhält in Krisenzeiten einen Schub; gleichzeitig sollte sie Ausdruck der Erfahrungs- und Spaßgesellschaft sein.            

(Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/sharing-economy-53876)

 

Zusätzliche Information:

Eine Genossenschaft ist eine autonome Vereinigung von Personen, die sich freiwillig zusammengeschlossen haben, um ihre gemeinsamen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse und Bestrebungen durch ein gemeinsames, demokratisch kontrolliertes Unternehmen zu erfüllen. (Quelle: https://www.ilo.org/global/topics/cooperatives/lang--en/index.htm)

 


Abbildung 5 : Veränderung der Wirtschaftslandschaft

figure 5

Source: https://medium.com/rsa-reports/fair-share-reclaiming-power-in-the-sharing-economy-499b46bd4b00

Frage: Was hat das mit Vernetzung zu tun?