Lerneinheit 3 - Marktforschung und Entwurf der Geschäftsidee

6. BUSINESSPLAN ERSTELLEN

Einen Businessplan zu erstellen, ist für viele angehende Gründer die erste große Hürde. Er ist aber oft die Voraussetzung – beispielsweise muss er für einen Kredit bei der Bank vorgelegt werden. Auch Zuschüsse durch den Staat sind an einen überzeugenden Businessplan geknüpft. Um so wichtiger also, dass dieser inhaltlich ausgereift ist.

Der Businessplan folgt einer relativ festgelegten Gliederung. Wenn Du Dein Unternehmen gründest, solltest Du als erstes einen Businessplan schreiben. Du kannst diesen später mit Beratern weiter ausarbeiten und verbessern. Versuche, kostenfreie – notfalls auch kostenpflichtige – Beratungsangebote zum Thema Existenzgründung in Deiner Region wahrzunehmen. So etwas gibt es fast überall. Dennoch solltest Du selbst die Grundlage schon einmal formulieren. Das hilft auch Dir selbst, Dir über Deine Idee im Klaren zu werden. Viele der Elemente, die Du in diesem Kurs gelernt hast, fließen, wie Du gleich sehen wirst, auch in den Businessplan mit ein. Einen Mini-Businessplan haben wir darum auch zur Abschlussaufgabe für diesen Kurs gemacht.


Die Gliederung eines Businessplans sieht im Prinzip so aus:



 

1. Zusammenfassung

Am besten beginnst Du Deinen Businessplan mit einer kurzen Zusammenfassung, aus der dem Leser schon einmal klar wird, wer Du bist, was Du willst und wo Du den entscheidenden Vorteil Deiner Businessidee siehst. Diese Zusammenfassung muss kurz und prägnant sein. Sie ist der erste Eindruck, den der Leser von Deiner Geschäftsidee hat! Und wie es so schön heißt: Es gibt keinen zweiten ersten Eindruck. Darum sollte diese Zusammenfassung am Schluss geschrieben werden – mit sehr viel Sorgfalt.

 

2. Der/die Gründer im Profil

In diesem Abschnitt stellst Du Dich selbst vor (bzw. wenn Du mit mehreren gründest, natürlich auch Deine Partner). Hier geht es darum, wie Deine bisherigen Tätigkeiten, Erfahrungen und Kompetenzen zu Deiner Businessidee passen.

Hier solltest Du also darstellen, in wie fern, Du bereits Erfahrung mit dem Thema hast, das die Grundlage Deiner Geschäftsidee im Bereich Kulturelles Erbe bildet. Möchtest Du die lokale Korbflechttradition aufgreifen und lokal geflochtene Körbe bei Amazon oder Etsy verkaufen? Dann solltest Du hier zum Beispiel erwähnen, wenn du vorher bereits bei einem Unternehmen gearbeitet hast, das Präsentkörbe verkauft – vielleicht weil Du daher weißt, dass den Kunden die Qualität des Korbs auch wichtig ist und dass diese oft nicht gut genug ist. Alles, was Du anführen kannst, das Dich für Deine neue Selbständigkeit qualifiziert, sollte hier angeführt werden. Dasselbe gilt auch für Deine Partner. Wenn es bei Euch eine klare Spezialisierung gibt, kannst Du das hier auch bereits benennen und unter Punkt 6 ausführen.

Zudem gehören hier auch alle formalen Qualifikationen hin, z.B. besondere Zulassungen, Führerscheine etc., insbesondere, wenn sie in diesem Kontext relevant werden. Sowieso gehört in den Anhang ein kompletter Lebenslauf.

Auch Softskills zu benennen, die wichtig für eine Selbständigkeit sind, ist nicht verkehrt.

Gut ist auch, wenn Du hier bereits auf mögliche Defizite hinweist – und was Du tust, um sie auszugleichen (beispielsweise Fortbildungen besuchen).

 

3. Die Geschäftsidee/Das Produkt

Hier geht es nun daran, Deine Geschäftsidee, das Produkt oder die Dienstleistung, die Du anbieten möchtest, im Detail vorzustellen: Was ist dieses Produkt/diese Dienstleistung?

Dazu gehört die Frage, wozu Du dieses Produkt/Dienstleistung überhaupt anbietest: Was ist der Marketpull? Für welches Problem ist es eine Lösung?

Stelle vor allem die USPs hier genau dar.

Zudem solltest Du kurz-, mittel- und langfristige Ziele Deines Unternehmens benennen und erläutern, warum Du diese Meilensteine so setzt.

Wann möchtest Du starten? Warum wählst Du dein Zeithorizont so – was muss noch vorher geschehen?

Ab wann kann das Produkt vermarktet werden? Gibt es noch irgendwelche Zulassungen, die vorher zu erwerben sind, oder Genehmigungen, die eingeholt werden müssen?

 

4. Marktumfeld und Wettbewerb

Hier solltest Du damit beginnen, Deine Zielgruppe genau zu beschreiben. Für wen ist Dein Produkt gedacht? Was zeichnet Deine Kunden aus (Alter, Einkommen, Bildung, Eigenschaften)? Hier hilft es, mit Personas zu arbeiten. Personas sind imaginierte Kunden, die idealtypisch Deine(n) Kunden und seine Bedürfnisse verkörpern.

Anschließend musst Du Dich natürlich auch mit Deiner Konkurrenz auseinandersetzen. Was macht die Konkurrenz bereits, was fehlt ihr noch und wie setzt Du Dich von ihnen ab? Wer sind Deine wichtigsten Konkurrenten? Gibt es etwas, wo die Konkurrenten einen Vorteil Dir gegenüber haben? Dann beschreibe hier auch, wie Du damit umzugehen gedenkst.

Natürlich ist hier auch der Standort ein wichtiges Thema, wenn Du ein stationäres Unternehmen aufbauen möchtest. Welche Vor- und Nachteile hat er? Wie kann man etwaige Nachteile ausgleichen?

 

5. Marketing- und Vertriebstrategie

Hier beschreibst Du noch einmal genau die USPs Deines Produkts, und sagst, in wie fern es sich von der Konkurrenz abhebt. Hier beschreibst Du anschließend im Prinzip den Marketing-Mix, den Du für Dein Produkt als Strategie entwickelt hast (vgl. o. die „4 Ps“).

 

6. Organisation, Mitarbeiter, Netzwerk

Hier stellst Du dar, wie Dein Unternehmen organisiert ist – wann wird gegründet, wer tritt in welcher Funktion auf etc. Dies fällt natürlich kürzer aus, wenn Du alleine gründest. Auch dann solltest Du aber beschreiben, ob Du planst, Mitarbeiter einzustellen, wenn ja, wann und mit welcher Qualifikation zu welchem Zweck.

Du kannst hier zudem Dein Netzwerk beschreiben, Deine Verbindungen mit der lokalen Community. Dazu lernst Du noch mehr in unserem Modul 4.

 

7. Rechtsform

Dieser Punkt ist eigentlich selbst erklärend: Hier stellst Du knapp dar, für welche Rechtsform Du Dich entschieden hast und warum. Gibt es mehrere Gesellschafter, musst Du auch auf die Struktur eingehen und warum die Anteile so verteilt sind, wie Du es planst.

 

8. Risiken und Chancen

Hier stellst Du die größten Chancen und die größten Probleme Deines Vorhabens dar. Bleib sachlich, analytisch und knapp. Stelle dar, wie Du den Problemen bzw. Risiken strategisch begegnen wirst. Du kannst hier sehr gut eine SWOT-Analyse einsetzen.

 

9. Finanzplan

Unnötig zu erwähnen: Zu jedem Businessplan gehört ein Finanzplan. Darin musst Du darlegen, wie viel Geld benötigt wird, um zu starten und wie hoch die Liquiditätsreserve sein muss (i.d.R. für 6 Monate). Dies ist der Kapitalbedarfsplan.

Anschließend kommt der Finanzierungsplan. Darin wird aufgeschüsselt, woher das Geld kommen soll. Du stellst also dar, wie viel Geld Du hast (Eigenkapitalanteil) und wie viel Du brauchst (Fremdkapitalbedarf).

Du solltest auch zeigen, dass Du nach Förderprogrammen geschaut hast und erwähnen, welche für Dich in Frage kommen. Vielleicht kannst Du auch Investoren beteiligen?

Wenn Du Geld benötigst (was meist der Fall ist), solltest Du darstellen, welche Sicherheiten Du bieten kannst (Sicherheitenübersicht).

Ein Liquiditätsplan besteht aus der Schätzung monatlicher Einzahlungen, monatlicher Kosten, Investitionskosten und monatlichen Kapitaldienst.

Die Ertrags- und Rentabilitätsvorschau zeigt an, mit welchem Umsatz, welchen Kosten und welchem Gewinn Du in den nächsten drei Jahren rechnest.

 

10. Anhang

Hier legst Du Deinen Lebenslauf, in tabellarischer Form, sowie alle möglichen Gutachten, Patente, Vertragsentwürfe etc. bei, die den Stand Deiner Vorarbeiten für die Unternehmensgründung dokumentieren.


Weiterführende Quellen:

https://buffer.com/library/marketing-personas-beginners-guide